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Australien, Neuseeland, Kanada – Blog

Mein Auslandsjahr 2019/2020 in New Brunswick - Kanada

Amélie geht seit September im französisch-sprachigen Teil von New Brunswick zur Schule. Was sie dort mit ihrer Gastfamilie in wenig mehr als zwei Monaten erlebt hat, erleben andere in einem ganzen Jahr nicht. Das hat aber auch damit zu tun, dass Amélie beschlossen hat, sich auf Herausforderungen einzulassen, die weit außerhalb ihrer Komfortzone liegen. Wer sich beim Thema „Jagd“ fragt, ob denn das alles so in Ordnung und legal ist, dem sei gesagt „Ja, ist es“. Jagen hat in Kanada eine lange Tradition, und der Umgang mit Jagdgewehren unterliegt strengen Vorschriften. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Anschauen der Fotos!


Mein Name ist Amélie und ich habe mich als einzige dafür entschieden, 10 Monate mit Hausch & Partner GmbH in New Brunswick, Kanada zu verbringen. Hier besuche ich die École Louis-J.-Robichaud in Shediac. Am 25.08 bin ich bei meiner Gastfamilie angekommen. Seitdem läuft eigentlich nichts mehr, wie ich gedacht hätte, dass es laufen würde.
Bevor ich nach Kanada gekommen bin, bin ich fest davon ausgegangen in den ersten Wochen die Gastfamilie zu wechseln. Nicht, weil ich gedacht habe, dass sie nicht nett seien, sondern, weil sie sechs erwachsene Hunde und drei Welpen hatten. Jetzt ist es nur noch ein Welpe. Wenn man Hunde mag ist das dann wohl das Paradies. Ich mag aber keine Hunde. In Deutschland habe ich zwei Katzen und bin damit auch sehr zufrieden. In den vergangenen Wochen habe ich aber gelernt mit den Hunden zu leben, da ich glaube die besten Gasteltern zu haben, die man haben kann. Sie sind so unglaublich herzlich und behandeln mich jetzt schon, wie ihr eigenes Kind. Es stimmt einfach und sie sind mir jetzt schon unglaublich wichtig. Ich fühle mich sehr wohl bei ihnen und dann musste ich Prioritäten setzen.
In den letzten Wochen haben wir zusammen sehr viel erlebt. Unser Haus steht in einer Wohnsiedlung direkt am Meer. An schönen Tagen ist das ein Traum. In der ersten Woche die ich hier verbracht habe, war es noch sehr schön warm so dass wir Paddleboarding auf dem Meer gemacht haben. Das Meer war spiegelglatt und wunderschön. Ich habe riesengroße Krabben und andere Meerestiere gesehen.
An nicht so schönen Tagen kann das Meer echt eine Plage sein. Am 07.09 kam der Hurricane „Dorian“ leider zu uns hoch. Unser Haus steht fünf Meter vom Wasser weg so dass das Wasser in sehr großen Wellen an die Fenster klatschte. Ich war an diesem Wochenende mit allen Austauschschülern aus New Brunswick auf einem Ausflug. Meine Gasteltern wurden evakuiert und es war nicht klar, ob unser Haus noch an der Stelle steht, wo es stand, wenn wir zurückkommen. Zum Glück tat es das aber noch. Wir hatten nur sehr viel Wasser unter dem Haus, im Inneren ist aber alles noch heile. Der komplette Außenbereich ist jedoch zerstört. Das Gartenhaus, welches wir ein paar Tage vor dem Sturm gebaut hatten, war vom Wasser weggespült worden. Einige Teile davon haben wir bis heute noch nicht gefunden. Mit sehr vielen Freunden und anderen Helfern haben wir es aber geschafft das Haus in vier Tagen wieder bewohnbar zu machen. An diesem Wochenende wurde dann auch noch der Truck meines Gastvaters gestohlen. Seitdem wurde es aber nur noch besser. Trotz der ganzen Arbeit, die wir immer noch haben, unternehmen wir unfassbar tolle Dinge.
Mein Gastvater hat sehr viele Waffen. Eines Samstages fragte er mich, ob ich nicht mit ihm auf den Schießplatz kommen wollte. Was soll ich sagen? Es macht unglaublichen Spaß und ich werde immer besser. Neulich haben wir auch eine Freundin von mir mitgenommen. Wir haben sehr viel Spaß und ich lerne wirklich viel! In Deutschland hätte ich das nie gemacht. Und das nicht nur, weil ich in keinem Verein dafür bin und somit auch keine Lizenzen habe, sondern, weil ich viel zu voreingenommen gewesen wäre, um es zu versuchen. Hier lerne ich täglich aus meiner Komfortzone rauszukommen, neues zu probieren und in jeder Weise über mich hinaus zu wachsen.

Dann sind wir auf Elchjagd gegangen. Wir haben also ein ganzes Wochenende in einem dreckigen, alten Wohnwagen geschlafen, sind um 5:30 Uhr aufgestanden, durch den Wald gefahren, habe einen Elch erlegt, ihn in drei Tagen selber zerschnitten und dann Teile davon schon gegessen. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wie es dazu gekommen ist, doch an einem Punkt steckte ich mit den Armen im noch warmen Elch und habe ihm das Herz rausgeschnitten. Jetzt haben wir genügend Hackfleisch, Steaks und andere Fleischstücke für das ganze nächste Jahr. Wenn ich das so schreibe, klingt es irgendwie nicht so spaßig… war es aber! Auch dabei habe ich wieder gelernt über mich hinaus zu wachsen.
Nächste Woche fahren wir auf Bärenjagd. Da freue ich mich schon sehr drauf.
Dann sind meine Gastmutter und ich noch Axtwerfen gegangen. Am 05.10 waren wir mit Freunden klettern. Wir haben ein weiteres Gartenhaus gebaut, ich habe gelernt mit einer Kreissäge umzugehen, wir waren bei den Hopewell Rocks, haben sehr viele wunderschöne Sonnenuntergänge bewundert und sind mit dem Motorrad meiner Gastmutter gefahren.
Das alles und vieles mehr ist in einem Monat passiert. Neun Monate habe ich noch. Es ist bei weitem nicht alles perfekt, aber alles in allem geht es mir hier sehr gut und ich genieße die Zeit unglaublich.
Amélie - An der École Louis-J.-Robichaud in Shediac (New Brunswick)

Letzte Änderung am Dienstag, 12 November 2019 14:27
Redakteur

Gesellschafterin von Hausch & Partner - Leiterin des Bereichs High Schools Down Under

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